…von der Situation hier kann man das leider nicht behaupten.
Mag sein, dass ich eingige langweile, wenn ich schon wieder einen langen Artikel ueber die Situation hier im Land schreibe, aber das draengt sich hier ein bisschen auf. Und wahrscheinlich jeder der hier lebt oder wohnt macht sich im Moment so seine Gedanken. Ausserdem sind die Pressebericht, die ins Ausland gehen oder dort verbreitet werden meistens so einseitig (die Schweiz ist da noch eine Ausnahme), dass ein etwas anderer Blickwinkel nicht schaden kann.
Wie die meisten von Euch mitbekommen haben wurde die zweite Runde der Friedensgespraeche in Genf abgesagt. Offiziell war es die LTTE schuld. Dass sich die Situation im Land von einem Friedengespraech immer ein bisschen aufheizt ist normal und ist von allen Seiten erwartet worden. Es werden politische Spielchen gespielt, es werden Sticheleienbegangen, die andere Seite wird fast bis zum geht-nicht-mehr provoziert. Kurz man versucht rauszufinden, wie weit man gehen kann. Das waere ja alles noch normal, wenn dabei nicht so viele Menschen Leiden wuerden. Wie viele Menschen hier in den letzten drei Wochen umgebracht worden sind, kann ich schon gar nicht mehr zaehlen. Es muessen gegen 80 sein.
Angefangen hat alles mit einem laecherlichen Zwischenfall auf dem Meer. Es ging darum, ob die Armee in Rebellengewaessern Fischerboote kontrollieren darf oder nicht. Dann wurde – vermutlich von den Rebellen – ein Navyboot in die Luft gesprengt. Als Revanche hat die Regierung den Rebellen verweigert, dass sie sich im Vorfeld der Gespraeche in Genf treffen und dass sie freies Geleit zum Flughafen in Colombo erhalten. Wie will man Friedensgespraeche arrangieren, wenn die eine Partei der anderen nicht erlaubt, sicher an die Gespraeche zu gehen.
Im Laufe der Zeit hat sich die Situation immer weiter aufgeheizt. Viele Armeeeinrichtungen wurden attackiert, ein Bus mit Soldaten, die in den Urlaub fuhren wurde in die Luft gesprengt und zu guter letzt gab es ein Selbstmordattentat in Colombo, bei dem der oberste Armeechef verletzt und zehn weitere Soldaten gestorben sind. Als Reaktion hat die Regierung ein Gebiet im Osten nicht weit von unserem Bauprojekt mit Flugzeugen, Schiffen und Artillerie angegriffen. Die Bombadierung dauerte zwei Tage, fast zwanzig Menschen Starben und 40'000 Tamilen sind auf der Flucht.
Und alle fragen sich, ob der Krieg jetzt angefangen hat oder noch nicht. Hat die REgierung damit den Tigers jetzt den Krieg erklaert, oder war das Attentat in Colombo die Kriegserklaerung durch die Rebellen? In der Tat ist es wohl leider keine Frage mehr, ob es erneut einen KRieg gibt. Die Fragen lauten allein, wann er anfaengt und wer ihn anfaengt.
Hoffentlich gibt es noch einmal eine neue Runde Gespraeche. Dass die aber wirklich etwas bringen, wage ich zu bezweifeln. Aber immerhin wuerden sie die Situation wieder etwas beruhigen.
Wenn ein Krieg wieder ausbricht, dann wird Sri Lanka wirklich wieder zu einem Entwicklungsland. Der Tourismus leidet jetzt schon und die Rebellen haben offenbar angekuendigt, dass es im Falle eines Falles auch Anschlaege auf den Westen und Sueden geben wird. Abwarten und Beten – vielleicht laesst das die Leute hier so wahnsinnig optimistisch sein, auch wenn die Situation mehr als gefaehrlich ist.


Der offizielle Teil begann dann mit dem Einmarsch der "Ehrengaeste" – ich als vertreter der Stifter natuerlich vorne weg, mit blumenkraenzen fast wie auf Hawaii.
schraege Handbewegung dazu machten. Ich durfte mich natuerlich vorher schon mal mit Ihnen eine halbe Stunde lang unterhalten. Ist noch schwierig. Ich mag einfach keine Uniformen, egal von welcher Seite.
Noch viel absurder wurde es dann aber, als die Commander begannen, Schokolade an die Kinder zu verteilen. Ob der doch etwas billigen Propaganda musste ich ein wenig schmunzeln.

noch, das Layout ein bisschen zu verbessern gegenueber dem letzten Versuch.

dringend ein bisschen Geld aus dem Tourismus brauchen koennte. Die Menschen hier sind fast alle Fischer. Das ist ein recht eigener Typ Mensch. Eigentlich arm, aber sehr stolz, wuerder wir sie kaum ueberzeugen koennen, beim Bau ihrer Haeuser zu helfen. Fischen ist wie Lotterie spielen – zwar fischt man selten viel und kann meistens nur so gerade davon leben, aber man kann ja auch an einem Tag 3000 Rupies verdienen. Das sind zwar weniger als 40 Franken, aber das ist auch der Monatslohn eines Nachtwaechters in einem Hotel. Der Stolz ist das letzte was diese Menschen nach dem Tsunamie noch haben. Und auch wenn wir sie noch so gern dazu bewegen wuerden, die Haeuser selber wieder aufzubauen mit unserer Hilfe und unserem Material, tun wir wohl gut daran, ihnen nicht auch diesen letzten Besitz zu nehmen.