Mir geht es gut…

Saturday, April 29, 2006

…von der Situation hier kann man das leider nicht behaupten.

Mag sein, dass ich eingige langweile, wenn ich schon wieder einen langen Artikel ueber die Situation hier im Land schreibe, aber das draengt sich hier ein bisschen auf. Und wahrscheinlich jeder der hier lebt oder wohnt macht sich im Moment so seine Gedanken. Ausserdem sind die Pressebericht, die ins Ausland gehen oder dort verbreitet werden meistens so einseitig (die Schweiz ist da noch eine Ausnahme), dass ein etwas anderer Blickwinkel nicht schaden kann.

Wie die meisten von Euch mitbekommen haben wurde die zweite Runde der Friedensgespraeche in Genf abgesagt. Offiziell war es die LTTE schuld. Dass sich die Situation im Land von einem Friedengespraech immer ein bisschen aufheizt ist normal und ist von allen Seiten erwartet worden. Es werden politische Spielchen gespielt, es werden Sticheleienbegangen, die andere Seite wird fast bis zum geht-nicht-mehr provoziert. Kurz man versucht rauszufinden, wie weit man gehen kann. Das waere ja alles noch normal, wenn dabei nicht so viele Menschen Leiden wuerden. Wie viele Menschen hier in den letzten drei Wochen umgebracht worden sind, kann ich schon gar nicht mehr zaehlen. Es muessen gegen 80 sein.

Angefangen hat alles mit einem laecherlichen Zwischenfall auf dem Meer. Es ging darum, ob die Armee in Rebellengewaessern Fischerboote kontrollieren darf oder nicht. Dann wurde – vermutlich von den Rebellen – ein Navyboot in die Luft gesprengt. Als Revanche hat die Regierung den Rebellen verweigert, dass sie sich im Vorfeld der Gespraeche in Genf treffen und dass sie freies Geleit zum Flughafen in Colombo erhalten. Wie will man Friedensgespraeche arrangieren, wenn die eine Partei der anderen nicht erlaubt, sicher an die Gespraeche zu gehen.

Im Laufe der Zeit hat sich die Situation immer weiter aufgeheizt. Viele Armeeeinrichtungen wurden attackiert, ein Bus mit Soldaten, die in den Urlaub fuhren wurde in die Luft gesprengt und zu guter letzt gab es ein Selbstmordattentat in Colombo, bei dem der oberste Armeechef verletzt und zehn weitere Soldaten gestorben sind. Als Reaktion hat die Regierung ein Gebiet im Osten nicht weit von unserem Bauprojekt mit Flugzeugen, Schiffen und Artillerie angegriffen. Die Bombadierung dauerte zwei Tage, fast zwanzig Menschen Starben und 40'000 Tamilen sind auf der Flucht.  

Und alle fragen sich, ob der Krieg jetzt angefangen hat oder noch nicht. Hat die REgierung damit den Tigers jetzt den Krieg erklaert, oder war das Attentat in Colombo die Kriegserklaerung durch die Rebellen? In der Tat ist es wohl leider keine Frage mehr, ob es erneut einen KRieg gibt. Die Fragen lauten allein, wann er anfaengt und wer ihn anfaengt.

Hoffentlich gibt es noch einmal eine neue Runde Gespraeche. Dass die aber wirklich etwas bringen, wage ich zu bezweifeln. Aber immerhin wuerden sie die Situation wieder etwas beruhigen.

Wenn ein Krieg wieder ausbricht, dann wird Sri Lanka wirklich wieder zu einem Entwicklungsland. Der Tourismus leidet jetzt schon und die Rebellen haben offenbar angekuendigt, dass es im Falle eines Falles auch Anschlaege auf den Westen und Sueden geben wird. Abwarten und Beten – vielleicht laesst das die Leute hier so wahnsinnig optimistisch sein, auch wenn die Situation mehr als gefaehrlich ist.

Nach langer Zeit…

Saturday, April 29, 2006

…schreibe ich mal wieder was auf die Seite. Das hat einige Gruende. Erstens finde ich kaum Internetcafes, die einerseits schnell sind und die mir andererseits Zugang zu der Seite erlauben. Andererseits war ich schon laenger nicht mehr laenger an einem Ort mit genuegend Zeit. Aber eben…Jetzt hab ich Zugang, aber dafuer ist es wahnsinnig langsam.

Aber vielleicht mal kurz von Anfang an. Als ich das letzte Mal geschrieben hab, stand hier gerade Neujahr vor der Tuer, ich war an der Ostkueste in Batticaloa und hab mich eigentlich auf dei Feiertage gefreut, weil ich Senthu, einen Tamilen, kennengelernt hab, dessen Familie mich zu den traditionellen Feierlichkeiten des Hinduistischen Neujahrsfestes eingeladen hatte.  Wie immer kam hier alles anders als geplant. Die Situation in Batti war ein bisschen instabil und ich hab mich kurzfristig entschlossen, nach Colombo zurueckzugehen. Leider, denn da war alle – aber wirklich alles – fuer vier Tage dicht. Noch nicht mal ein Internetcafe war zu finden. Die wenigen Leute, die ich kannte, haben die Tage fuer Ferien genutzt und so war die Zeit ein bisschen – sagen wir – ruhig.

Nach Neujahr ist der Schweizer nach hier gekommen, der meinen Job letztes jahr gemacht hat. Nach Abklaerung der Lage im Land, haben wir erst mal Ferien gemacht, da eine Reise an die Ostkueste nicht wirklich ratsam war. Also sind wir erst in den Sueden, nach Hikkaduwa, einem Surfernest an der Westkueste. Aber nach einem Tag hatten wir beide einen so krassen Sonnenbrand, dass wir in die Berge "geflohen" sind. Es war so schoen, mal wieder eine Decke in der Nacht zu brauchen, weil es nur 10 Grad war.

Anfang dieser Woche sind wir dann doch noch nach Batti zurueckgefahren – mit dem einen Nachtzug hin, mit dem naechsten zurueck. Je 10 Stunden. Nicht gerade erholsam, aber machbar.

Jetzt verbringe ich das Wochenende wiedee mit ein  paar Feunden am Strand. Montag geht die Arbeit wieder los, aber was genau das sein wird haengt vor allem von der LAge hier ab.

Bis bald und ich meld mich diesmal schneller wieder. Gruss  Christoph 

Handynummer in Sri Lanka

Monday, April 10, 2006

Da ich die Nummer bisher nie auswendig wusste, konnte ich sie auch keinem sagen. Jetzt weiss ich sie. Danke an die Grauen Zellen.

+94 77 922 63 97

Wer also Lust hat, mich anzurufen oder eine SMS zu schreiben, mit 10787 (in der Schweiz) kostet das ganze nur 26Rp pro Minute. Ich wuerde mich Freuen von Euch zu hoeren.

P.S.: Der Zeitunterschied betraegt im uebrigen vier Stunden.

Die aktuelle politische Lage

Monday, April 10, 2006

Um es vorweg zu nehmen: 2/3 von Sri Lanka sind und waren immer absolut sicher. Der Westen, der Sueden und das zentrale Hillcountry sind wunderschoen und ein Paradis fuer Touristen und Reisende. Jeder kann hier hin kommen und wir ueberhaupt nichts von politischen Spannungen mitkriegen, wenn er bestimmte Gebiete meidet.
Im Norden und im Osten sieht es etwas anders aus. Hauptkontrahenten sind hier die Regierung von Sri Lanka (GoSL) und die Tamilischen Rebellen (LTTE), die die Tamilen im Norden und Osten “repraesentieren”. Grosse Teile des Norden und Ostens ausser den grossen Staedten werden von der LTTE beherrscht. Das heisst, sie treiben Steuern ein, sorgen fuer die Polizei, fuer Gericht etc. Es ist wie ein eigener Staat. Die Regierung hat immerhin ueberall einen ”Minister”, aber der ist mehr eine pro forma Marionette. Im Norden ist der Buergerkrieg noch allgegenwaertig: kaputte Haeuser, vertriebene Menschen in Lagern, ungeraeumte Mienenfelder etc. Im Osten sieht man davon nicht so viel.
Seit November 2005 – nach den Wahlen – hat sich die Lage im Land immer mehr verschlechtert. Bei zahlreichen Zwischenfaellen kamen etliche Menschen ums Leben. Vor allem in den GoSL kontrollierten Gebieten ist das Militaer omnipraesent. Jede Brueck ist von beiden Seiten gesichert, jede strategisch wichtige Strasse, in der Stadt laufen hunderte von Soldaten mit Maschinengewehren rum. Gestern hab ich auch die ersten Panzertrupps gesehen.
Zur Seit laufen Waffenstillstandsverhandlungen in Genf, unter Aufsicht Skandinavischer Diplomaten. Die naechste Runde findet am 19 April statt. Aussichtsreich erscheint das nicht. Staendig sticheln die Parteien hier gegen einander. Es sind keine offenen Attacken, sondern mehr syumbolische Attentate. Vir zwei Monaten wurden fuenf tamilische Studenten am Strand erschossen. Sie hatten nichts getan, ausser dass sie per Zufall an einem Jubilaeumstag fuer irgendetwas an der falschen Stelle am Strand sassen und symbolisch ermordet wurden. Gestern wurde ein LTTE naher Geschaeftsmann ermordet. Wer das macht ist der grosse Streitpunkt auf dem Weg zum Waffenstillstand. Ein ehemaliger LTTE General hat sich im Osten (Nahe Batticaloa) verselbstaendigt. Wahrscheinlich wird er von der Regierung finanziert und erledigt nun die Drecksarbeit gegen die “eigenen” Tamilen. Das wird zumindest vermutet. Die Regierung aber sagt, dass das ein inner tamilischer Konfklikt waere, der sie nichts angeht. Tatsache ist aber, dass diese Gruppe immer aus GoSL kontrollierten Gebieten heraus operiert.
Erstaunlich, wie optimistisch die Menschen hier noch in die Zukunft blicken trotz oder vielleicht gerade wegen zwanzig Jahren Buergerkrieg…

P.S.: Die naechsten posts werden wieder kuerzer und haben Bilder, ich verspreche es;-)

Eine kurze Einfuehrung in die Geschichte des Landes

Monday, April 10, 2006

Um das Land und die Gesellschaft hier zu verstehen brauche ich wahrscheinlich noch einige Monate. Wenn ich die Zeitung lese, dann kann ich die ganzen Abkuerzungen der vielen Parteien ueberhaupt nicht auseinander halten. Aber ich werde mir weiter Muehe geben.
Um die aktuelle Situation zu verstehen muss man wahrscheinlich ein bisschen zurueck schauen. Sri Lanka war in der Geschichte sehr begehrt, durch die guenstige Lage und die reiche Flora der Insel. Nach unzaehligen Herrschen und Eroberern und 450 Jahren Kolonialgeschichte durch Protugiesen, Hollaender und zuletzt Englaendern wurde das Land nach dem zweiten Weltkrieg (den gab es auch hier, weil die Japaner kommen wollten) selbstaendig. Grundsaetzlich gibt es hier vier grosse Ethnien: Der groesste Teil sind Singalesen – Buddisten, die urspruenglich aus Indien stammen. Im Norden und Osten des Landes leben Tamilen. Sie kamen vor mehr als tausend Jahren aus Suedindien, sind Hinuisten und wurden waehrend der englischen Kolonialzeit oft fuer Bueroarbeiten bevorzugt, weil sie besser ausgebildet waren als die Singalesen. Dadurch hatten sie in dieser Zeit einige Privilegien. Verteilt im ganzen Land gibt es Ansiedlungen von Muslims, die meist aus Saudi Arabien stammen und sich hier im Laufe der Geschichte niedergelassen haben. Zu gutter letzt gibt es nocheine andere Gruppe von Tamilen, die fuer die harte Arbeit aus Indien “importiert” wurden. Das ist wahrscheinlich der aermste Bevoelkerungsteil und lebt vermehrt im zentralen Bergland bei den Teeplantagen.

Nach der Unabhaengigkeit war zunaechtst Frieden dank einer Partei, die die verschiedenen Ethnien respektierte und sie vertrat. Nach zwanzig Jahren gewannen dann die Nationalisten die Oberhand. Sie vertraten die Mehrheit der Singalesen, wurden – und werden – von radikalen rassistischen buddistischen Moenchen angetrieben (Von wegen Buddismus ist eine freidliche Religion). Erfolg war, dass die heutigen 30er und 40er kein Englisch mehr sprechen, es keine einende Sprache mehr gibt, Tamilen nicht mehr alle Rechte haben (z. B. beschraenkten Zugang zu Universitaetsbildung, Staatsdienst etc.)

1983 brach dann entgueltig Buergerkrieg aus. Die Tamilen im Norden wollten einen eigenen Staat gruenden: “Tamil Eelam”. Dafuer kaempfen die Tamil Tigers (LTTE). 2002 wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet. Das Land atmete auf und Tourismus began auch im Norden und v.a. im Osten zu wachsen. Das Klima wurde aber zunehmend wieder schlechter, weil Versprechungen nicht eingehalten wurden etc. Ende 2004 kam dann der Tsunami, der die natuerliche Entwicklung, die negative, vorerst stoppte. Im August 2005 wurde der damalige Aussenminister von der LTTE umgebracht und bei den Wahlen im November kam eine radikalere Partei an die Macht, die gewonnen hat, weil sie die hoeherwertigkeit der Singalesen ueber allen anderen Rassen erhalten wolle.

Seitdem hat sich die Lage immer weiter verschlechtert.

Shakthi Illam

Monday, April 3, 2006

Jetzt koennte ich ja eigentlich die naechste Tamil Stunde einfuegen, aber die hat noch nicht wirklich stattgefunden. Vielleicht einfach nur soviel: shakthi heisst Maedchen und Illam heisst soviel wie Kinderheim oder Waisenhaus. Shakthi Illam ist also ein Kinderheim mit 56 Maedchen. Als ich das gehoert hab, hab ich schon Albtraeume vor der Einweihung gehobt!?

Das Kinderheim liegt in der Naehe von Batticaloa, der groessten Stadt an der Ostkueste Sri Lankas. Die Stadt ist -  wie fast alle Staedte – von der Armee kontrolliert, das Kinderheim liegt mal wieder in Rebellengebiet.

Thavaraja, ein Tamile hat es fuer uns gebaut. Er war auch gleichzeitig die erste Vertrauensperson, die ich hier gefunden habe. Er hat sich letztes Jahr in eine Schweizer Volunteerin verliebt und ist seit dem total auf unserer sprich Schweizer Seite. Hier ist er gerade die neuen Betten am probeliegen.

Als Vertrauensperson war er dringend notwendig, denn Batti ist ein wirklich heisses Pflasten. Nicht nur das hier die Rebellen und die Armee immer wieder an einander geraten. Es gibt auch eine Abspaltung einer radikalen Rebellengruppe (Tamilen aus dem Osten), die die anderen (die Tamilen aus dem Norden) bekaempfen. Da unsere Organisation ziemlich nahe bei den Tamilen aus dem Norden gesehen wird, musste ich hier meinen Mund halten und unter einer Schweizer pro-forma Stiftung auftreten. Alles ist gespannt auf die Eroeffnungsfeier

Dennoch war die Eroeffnung des Kinderheimes ein Ereignis – nicht alles positiv, aber das gehoert wohl dazu. Als ich ankam erwarteten mich schon alle. Die Maedchen waren schon den ganzen Tag mit beten und Einweihen und Eroeffnen beschaefftig. In der Eingangshalle sassen sie alle in Reih und Glied und beteten mit dem obersten HIndu der Gegend fuer eine gute Zukunft.Der trimphale Einmarsch?Der offizielle Teil begann dann mit dem Einmarsch der "Ehrengaeste" – ich als vertreter der Stifter natuerlich vorne weg, mit blumenkraenzen fast wie auf Hawaii.

Danach folgte das obligatorische Flaggenhissen. Diesmal war das aber doch etwas anders. Es waren die acht ranghoechsten Generaele der Tamil Tigers anwesend. Das hiess, dass die Nationalhymne (der Tigers natuerlich) aus einem scheppernden Radio abgespielt wurde und alle eine recht schraege Handbewegung dazu machten. Ich durfte mich natuerlich vorher schon mal mit Ihnen eine halbe Stunde lang unterhalten. Ist noch schwierig. Ich mag einfach keine Uniformen, egal von welcher Seite.

Trotzdem kam ich dann am Ende nicht drumherum, mit dem Special Commander Colonell Bamu zusammen das Band an der Eingangstuer zu durchschneiden. So schlecht...Die Herren Kommandanten verteilen Schokolade an die Kinder.Billige Propaganda, aber eben.Noch viel absurder wurde es dann aber, als die Commander begannen, Schokolade an die Kinder zu verteilen. Ob der doch etwas billigen Propaganda musste ich ein wenig schmunzeln.

Man muss das allerdings alles ein bisschen relativieren. Entwicklungsprojekte werden immer zu Propagandazwecken benutzt, auf der einen wie auf der anderen Seite. Und in Sri Lanka ist es sicher so, dass es nicht eindeutig "Gute" und "Boese" gibt. Klar waere es mir lieber gewesen, wir haetten eine Eroeffnung ohne Uniformen gehabt.

Aber eben. Am Ende zaehlt das, was geschaffen wurde, und das ist ein anstaendiges Kinderheim fuer 56 Maedchen. Dafuer zu sorgen, dass aus ihnen keine Kindersoldaten werden, sehe ich im uebrigen als die weitaus schwierigere Aufgabe fuer die Zukunft an. Aber das gilt fuer alle Kinderheime.

Endlich Photos

Monday, April 3, 2006

Die Enthuellung des Bauschildes. "...was an honour."

Da ich ja jetzt gerade in einem klimatisierten Internetcafe fuer sage und schreibe 6 Rappen die Stunde sitze, kann ich endlich ein paar mehr Photos hochladen. Vielleicht schaff ich ja auchGelber Tiger auf rotem Grund sollte allen was sagen, die schon mal was von den Tamil Tigers gehoert haben. noch, das Layout ein bisschen zu verbessern gegenueber dem letzten Versuch.

Also zurueck an den Anfang. Nach einem kurzen Besuch in einem Kinderheim durfte ich ja bei der Grundsteinlegung unseres neuen Dorfes anwesend sein. In dem Bild sieht man, wie gerade die "Nationalflagge" gehisst wird – Gelber Tiger auf rotem Grund zeigt, dass wir im LTTE kontrollierten Gebiet sind.Der erste Grundstein den ich gelegt habe. Nach dem fuenften wusste ich dann auch wie die Ceremony ablief und v.a. wo die "richtige" Kamera war.

Hier sieht man den Aushub fuer das erste Haus. Die Haeuser haben alle etwas 500sqarefeet, das ist nicht gross, reicht aber fuer zwei Zimmer, eine Eingangshalle und eine Kueche. Nach Hinuistischer Tradition kommen in den Garten noch die Toilette und jedes Haus hat einen eigenen Brunnen. Das ist nicht wirklich sehr schweirig oder teuer. Die Haeuser sind nicht weit vom Meer weg – ca. 500m – und die Brunnen sind nicht sehr tief, aber salzwasserfrei. Ich lege hier gerade den ersten Grundstein in einer Ceremonie. jeder der sogenannten Ehrengaeste legt einen Grundstein in das Fundament. Unter den ersten Stein kommen sieben traditionelle Beigaben. Ich weiss nicht alle, aber es ist immer ein bisschen Geld oder Schmuck, Bananen, Kokos und einige Kraeuter. Nach fuenf Hauesern wusste ich dann auch wie das geht ;-) Die Hauptstrasse, an der das Dorf liegt. Ist im uebrigen die groesste Strasse an der Ostkueste. Durch die staendigen "Besitzerwechsel" aber nur auf kurzen Strecken wirklich zu benutzen.

Die Hauptstrasse an der Ostkueste ist immer noch nicht wieder repariert. Erstens machen sich die schweren Laster bemerkbar, die das Baumaterial bringen und zweitens ist die Regierung an der Strasse nicht interessiert, weil sie staendig wechselnd auch in "uncleared areas", also wie hier Rebellenkontrollierte Gebiete geht. Links von der Strasse ist das Meer ca. 150 Meter weg. Rechts werden die Haeuser gebaut. Aber nicht direkt nebeneinander sondern ziemlich weil verteilt. Die Gegend ist ein Traum. Man kann sich die Hotelkomplexe geradezu vorstellen. Ich haette nie gedacht, dass ich in meinem Leben noch mal so schoene Straende sehen werde, die noch absolut unverbeut sind.Die Kehrseite der Medaille ist freilich, dass die Gegend jaemmerlich arm ist und Einer der ersten "Beneficiaries". Das sind die Leute, die von einem Regierungsbeamten ausgesucht wurden, und die ein Haus bekommen.dringend ein bisschen Geld aus dem Tourismus brauchen koennte. Die Menschen hier sind fast alle Fischer. Das ist ein recht eigener Typ Mensch. Eigentlich arm, aber sehr stolz, wuerder wir sie kaum ueberzeugen koennen, beim Bau ihrer Haeuser zu helfen. Fischen ist wie Lotterie spielen – zwar fischt man selten viel und kann meistens nur so gerade davon leben, aber man kann ja auch an einem Tag 3000 Rupies verdienen. Das sind zwar weniger als 40 Franken, aber das ist auch der Monatslohn eines Nachtwaechters in einem Hotel. Der Stolz ist das letzte was diese Menschen nach dem Tsunamie noch haben. Und auch wenn wir sie noch so gern dazu bewegen wuerden, die Haeuser selber wieder aufzubauen mit unserer Hilfe und unserem Material, tun wir wohl gut daran, ihnen nicht auch diesen letzten Besitz zu nehmen. 

Erste Tamilstunde

Tuesday, March 28, 2006

In den letzten zwei Tagen habe ich ein Bauprojekt fuer ein Kinderheim weiter im Sueden, in Amparai, besucht. Neben vielen anderen Problemen konnte keiner der Leute da auch annaehernd so gut Englisch, dass ein Gespraech auch nur halbwegs moeglich gewesen waere. Im mein Gegenueber anschweigen hab ich jetzt jedenfalls zwei Tage Uebung…

Und aus der Not heraus hab ich dann meine ersten Tamilstunden bekommen:

 

Nandri – danke

Vanakam – Hallo/ Guten Tag

Kadi Vanakam – Guten Morgen

Poi Towarem – Auf wiedersehen

 
Kommt sicher noch einiges hinzu.

Schlafgewohnheiten in Sri Lanka – die Crux mit dem Mosquitonetz

Tuesday, March 28, 2006

An die Hitze hier in Sri lanka hab ich mich bis jetzt noch nicht wirklich gewoehnt. Ist ja auch kein Wunder, nachdem wir ja noch nicht mal Anfaenge von Fruehling hatten, als ich die Schweiz verlassen habe.

Tagsueber, v.a. wenn ich viel mit dem Auto unterwegs bin oder zumindest eine „bucket shower“ – sprich Eimer mit kaltem Wasser ueber den Kopf – in der Naehe habe, geht es ja noch. Aber nachts schlafen ist schon ein bisschen schwieriger. Nicht nur, dass ich die Spinnen und die Kakalaken (hab noch nie so grosse gesehen) um mich herum irgendwie vergessen muss und mich mittelerweile auch daran gewoehnt habem mit kleinen Geckos an der Wand zu schlafen. Viel schlimmer sind neben der unertraeglichen Waerme diese daemlichen Mosquitonetze.

Erstens ist es darunter noch stickiger. Dann haben sie immer Loecher. Und zu guter letzt muss man sie auch noch richtig aufspannen, damit man ueberhaupt darunter platz findet. Eigentlich spannt man sie ja ums bett rum, aber da die Betten hier in der Regel eine Nummer zu klein fuer mich sind, komme ich immer mindestens mit den Fuessen an die Mosquitonetze. Nutzen tun sie dann nicht mehr wirklich viel, weil stichfest sind sie ja nicht. Letzte Nacht hab ich gedacht, ich bin besonders schlau und habe das Netz schoen mit leeren und volen Wasserflaschen und allem was ich so hatte im Bett abgestuetzt. Da ich uebersehen hatte, dass das Netz nicht mehr den Boden beruehrt hat, hatte ich heute morgen inklusive einem Stich in der Lippe (!) noch weiter zwoelf oder dreizehn.

Aber das werde ich auch noch lernen…

Kommentare schreiben…

Tuesday, March 28, 2006

Nur fuer die, die gefragt haben: ja man kann Kommentare schreiben. Mann muss aber zuerst auf die Ueberschrift klicken, dann kommt der ganze Artikel und man hat ein Fenster zur verfuegung, um Kommentare zu schreiben.

Ich freu mich, sie zu lesen. 


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